Die Nacht war ganz schön heiß, aber dummerweise nur wegen der Temperatur :-). Und dann ist kurz vor dem Sonnenuntergang noch eine Gruppe Spanier angekommen und die haben dann direkt neben mir ihr Zelt aufgebaut und noch ewig richtig schön laut und temperamentvoll gequatscht. Was auch noch toll war, war dass sie nen hund mithatten, der eigentlich die ganze nacht gebellt hat, vor allem dann, wenn ich mal raus musste. Ich habe in der Nacht auch fast 2 Liter getrunken, da ich ja echt lange geschwitzt hatte. Trotzdem habe ich wirklich gut geschlafen. Was immer der Hammer hier ist, ist die Nacht und der Sternenhimmel. Sowas kennt man von Deutschland überhaupt nicht, da irgendwo um einen immer eine größere Stadt ist, die zu viel Licht anstrahlt. Aber hier ists richtig dunkel und dadurch sieht man dann unheimlich viele Sterne (nicht nur die ganz hellen).
Am Tag habe ich dann morgens noch mein Laptop aufgeladen und 2 CDs gebrannt und bin dann los in Richtung Zion. Auf dem Weg habe ich in St. George nochmal getankt und war einkaufen. Das suchen nach einem Supermarkt hat sich da mal wieder als sehr schwer herausgestellt. Irgendwann bin ich dann drauf gekommen, dass ich mal schaue, vor welchem Geschäft überhaupt Autos stehen, da es ja Sonntag war. Dummerweise waren die meisten Autos dann vor der Kirche – Mormonen halt :-). Später habe ich dann aber doch nen Supermarkt gefunden und bin auch gar nicht so langsam gewesen.
Im Zion habe ich dann erstmal mein Zelt aufgebaut, mittag gegessen und bin dann mit dem Schuttlebus zur Ausgangsstation für meine geplante Wanderung gefahren. Die Wanderung sollte auf Angels Landing hochgehen. Von da hat man einen tollen Blick auf das Tal. Die Wanderung ist 8 km lang und man muss ca. 500 Höhenmeter überwinden. Das blöde war aber, dass ich noch immer Blasen und zwar richtig große von meiner vorigen Wanderung hatte. Zum Schluss muss man einen echt schmalen Grat hochlaufen, von dem es auf beiden Seiten richtig steil runter geht.
Auf der hälfte der Strecke habe ich dann eine Frau getroffen (Lisa – ist ja immer das erste was geklärt wird: wo kommt man her und wie heißt man …). Mit Ihr bin ich dann zusammen ganz hoch gelaufen. Es war echt lustig mit ihr, da sie so viel erzählt hat. Unter anderem, dass vor ein paar Tagen ein Mann von oben runter gefallen ist und natürlich tot war … und ich dachte mir noch, dass das wohl kaum passieren wird und sie dann bestimmt auch erstmal den Weg sperren würden, das war aber nicht so, sondern ganz normales business as usual. Sie hat dann auch noch von ihren Leben erzählt – Sie hat mit 34 schon 4 Kinder, hat mit 17 geheiratet, da sie unbedingt in ein Haus ziehen wollte und ihr Mann eines hatte und ist nun geschieden … dann hat sie noch von anderen Familien erzählt in denen alle mindestens 3 oder mehr Kinder haben – und dann haben wir uns noch über die Mormonen unterhalten. War sehr spannend, wie gesagt :-).
Als wir wieder unten waren bin ich dann erstmal zum Zeltplatz und dann in den Fluss gegangen. Das wart genausogut wie eine Dusche! Einfach herrlich nach der Wanderung!
Abends habe ich dann auch meinem Platz die zweite Hälfte des Fleisches gegrillt und bin gut eingeschlafen. Die Nacht war dann auch sehr windig und schon auch kalt.
3 Kommentare:
Hey Mirko! Toller Bericht, tolle Bilder! Beneide dich. Voll der Outdour Man auf dem Survival Trip!
Wünsche Dir noch tolle Tage und Erlebnisse
Grüße Matthias aus Stuttgart
Herrliche Bilder! Da kommt man ins Schwärmen. Die Landschaft, die Gesteinsformationen, die bizarren und phantastischen –gebilde … einfach ein Traum … Ein tolles Foto ist Dir auch von der Golden Gate Bridge gelungen ( die habe ich mal gemalt :-) )
P.S. Die hiesige Fauna soll ja recht vielfältig und reichlich sein. Bist Du auch schon über etwas Tierwelt gestolpert?
Liebe Grüße und "gut Runst" aus dem Havelland
Mh, die Mormonen, interessant, interessant: Die ihrige Religion nennt sich "Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage".
Weiterhin beachtenswert, das in ihrer Lehre Satan als Bruder von Jesus Christus bezeichnet und die Sintflut als eine Art Taufe der Erde verstanden wird. Bis 1890 wurde sogar die Viel-Ehe praktiziert und dann von Staates Seite verboten.
Irgendwie schimmert immer Hape Kerkeling in meinem Kopf rum, so wie Du jetzt, zwar motorisiert und in den USA, hatte er ja sein Ego zu Fuß über den Jakobsweg geschickt. Ich wünsch' weiterhin wenig Stolperfallen.
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