Ich habe dann bis 9 Uhr geschlafen, was wirklich nicht lange war, aber draussen wars dann die ganze Zeit schon so laut und auch so hell, dass ich nicht mehr schlafen konnte. Ich wollte dann noch schnell was zum Frühstück holen, da es bis 9 welches gab, hab das aber ganz knapp verpasst und hab dann nur noch Saft bekommen. Das war auch ganz gut. Dann hat die liebe Mama mich angerufen und hat mir einem verschlafenen und fertigen Mirko gesprochen.
Gegen 10:30 bin ich dann richtig aufgestanden, war aber trotzdem noch gerädert. Ich hab dann zusammengepackt, ausgecheckt und bin losgefahren.
Las Vegas hat mir diesmal überhaupt nicht gefallen. Es ist so teuer geworden und irgendwie nicht mehr wirklich cool sondern nur noch überrannt und teuer halt. Ich wäre ja gerne in ein richtiges Hotel gegangen um mal in einem Pool zu schwimmen, aber die kosten am Wochenende mittlerweile 300$ und aufwärts für ein normales Zimmer.
Ich bin dann erstmal wieder einkaufen und tanken gefahren und dann los zum Hoover Damm. Der ist ganz nett anzusehen und vielleicht muss man ihn gesehen haben, aber umgehauen hat er mich nicht.
Dann bin ich endlich wieder in die Natur. Diesmal habe ich mich echt richtig drauf gefreut.
Ich mache ja in den zwei Tagen sowieso krasse Gegensätze mit: von Schnee zur Wüste und 35 Grad und von der superschönen Natur und die künstlichste Stadt der Welt und wieder zurück in die Natur.
Die Fahrt entlang des Lake Mead war ganz schön. Ich bin auch mal kurz an den See gegangen. Nur ist der am Rand so verschlammt und stinkt auch, dass man nicht baden kann. Man sieht auch wieviel Wasser dem heute im Gegensatz zu früher fehlen. Bestimmt wegen Las Vegas.
Dann bin ich ins Valley of Fire, das im Reiseführer ja total toll beschrieben ist.
Ich bin dann erstmal zum Zeltplatz, habe mein Zelt aufgebaut und mich registriert. Dann bin ich ins Visitor Center und habe mit einer Frau gesprochen, um zu fragen, was ich denn so alles anschauen sollte. Sie hat dann wieder gemerkt, dass ich aus Deutschland komme und hat dann erzählt, dass sie aus der Nähe von Oschatz kommt, aber schon mit 17 weggegangen ist, nun ist sie schon Rentnerin. Sie hat dann ewig von mir wissen wollen, wo ich genau herkomme und was es so alles neues in Sachsen gibt. Ich wollte ja eigentlich endlich wandern gehen.
Irgendwann bin ich dann weggekommen und habe mehrere kurze Wanderungen gemacht. Das Tal ist echt toll, echt gibt da nebeneinander ganz rote und direkt daneben wieder weiße Sandsteinfelsen. Für die Geographielehrer unter uns: wissen Sie wie die roten Steine rot werden? Ich habs nicht gewusst, aber heute nachgelesen. Sie enthalten im gegensatz zu den weißen Steinen winzige Spuren Eisen, welches dann rostet und die Steine dann also rot macht. Toll, oder :-).
Ich habe dann noch Indianerzeichnungen gesehen und bin auch das erste mal durch einen Slotcanyon gegangen. Diese finde ich ja auch so interessant! Und dann bin ich immer wieder angehalten und hab die Landschaft fotografiert. Einfach nur toll.
Gegen 6 hatte ich dann alles gesehen und bin zu einem Sandsteinbogen gefahren. Dort waren dann auf einmal eine riesige Menge Leute oben drauf (eigentlich durfte man gar nicht drauflaufen). Ich bin dann auch mit hoch und habe dann gemerkt, dass eine Trauung stattfinden soll und die Hochzeitsgäste mit da waren. Ich hab dann auch erstmal kurz im Bild gestanden bin aber dann zur Seite und hab nur noch zugeschaut und keinen mehr gestört. Die Trauung war dann nach einer Minute fertig und alle haben brav geklatscht. Später hat dann einer ein kleines Feuerwerk, oder besser ein Knallfeuerwerk angezündet. Und dass mitten in der Natur – im nichts. Das war dann so laut und hat ewig nachgeschallt und hat bestimmt alle Tiere im Umkreis von 50 Km taub gemacht. Soweit muss der Naturschutz dann auch nicht gehen, dass man bei einer Hochzeit im Nationalpark das Feuerwerk weglässt :-). Aber immerhin haben sie später ihren Müll wieder aufgesammelt. Ich bin dann ober auf dem Felsen sitzengeblieben, da absehbar war, dass der Sonnenuntergang dann irgendwann bald kommt und habe zum Glück meinen Laptop mitgehabt und dann mal die letzten beiden Tage zusammengefasst. Das war echt toll – dort oben in der totalen Ruhe zu sitzen, sich von der Sonne bescheinen lassen und die roten Steine anschauen! Jetzt wo ich dann auch fertig bin mit meinem Bericht geht die Sonne auch hinter dem Felsen unter. Perfektes Timing :-).
Am Abend werde ich dann noch essen machen – ich hab mir heute mal Burger gekauft, mal sehen, ob die mir mit meinem Gaskocher gelingen und dann wollte ich mal endlich etwas zeitiger schlafen gehen. Was noch schön an dem Zeltplatz ist, dass er, obwohl er mitten in der Wüste liegt ne Dusche hat. Die werde ich dann heute Abend auch noch in Anspruch nehmen.
So die Sonne ist weg und ich gehe dann mal los – hoffentlich wird die Nacht heilwegs aushaltbar, aber im Moment geht es eigentlich schon.
4 Kommentare:
Das ist erst mal zur Probe.
Eine dir bekannte Geografielehrerin freut sich über die Infos zu roten Gesteinen. Dass da Eisen mitmischt, wusste ich aber dann doch schon...:-)
Ansonsten ist es schon wahnsinnig interessant zu lesen, was man im "Land der unbegrenzten Möglichkeiten" alles sehen und erleben kann. Mich erstaunen immer wieder die Gegensätze zwischen Natur und Kommerz. Freue mich schon wieder auf die nächsten schönen Aufnahmen. In der Beschreibung der letzten Tage klingt es ja schon so toll! Habe weiterhin eine schöne Zeit.
Auch aus dem Havelland einen Gruß in die weite Welt. Wir hoffen, Wurst und Käse findest Du inzwischen ausreichend, damit Du bei den vielen Wanderungen nicht vom Stengel fällst :-)
Wir wünschen Dir weiterhin ungetrübtes Reisefieber (ohne Halsweh) und logistischen Durchblick im Auto!
P.S. 10000 Fuss lassen sich hier - http://www.segelservice.com/service/entf_rech.htm#me - vor dem nächsten Marsch bequem in Meter umrechnen :-))
„Frisch Auf“
Toller Reisebericht und beeindruckende Bilder. Wir wünschen dir noch viele schöne Erlebnisse und Bekanntschaften (die Sachsen sind halt überall).
(1 Meter sind 3 Fuß ,-) )
Liebe Grüße aus dem Odenwald von Petra und Klaus
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