Montag, 18. Juni 2007

Sonntag 17.06.2007

Ich bin gestern schon 21:30 Uhr ins Bett und auch recht schnell eingeschlafen. In der Nacht war es dann zwar ganz schön windig aber auch recht schnell angenehm kühl geworden, nachdem es ja am Tag viel zu warm war. Ich hab die Nacht dann richtig gut geschlafen und auch viel geträumt – obs am dem heiligen Ort liegt???

Gegen 6, als die Sonne aufging bin ich dann aber auch aufgewacht. Ich habe dann erstmal ein paar Bilder direkt aus dem Zelt und vor dem Zelt machen müssen, da die Monumente wirklich unglaublich toll aussahen. Dann habe ich nochmal mit einer Frau von meinen 4 Nachbarn gesprochen – was sie so machen und dann hat sie erzählt wo sie schon waren und wie oft sie schon da waren … dann hat sie mich „in Ruhe gelassen“ und ich habe mein Zelt zusammengebaut und bin dann 7 Uhr ins Monument Valley gefahren um die Rundstrecke abzufahren.

Die Rundstrecke hat mir dann wirklich sehr gefallen, ich war auch die ganze Zeit alleine in dem Tal, bei toller Sonne, was bestimmt auch viel ausmacht. Ich habe schon wieder so viele Fotos gemacht, da es dann auch immer wieder anders aussah.

Insgesamt hat mir das Monument Valley mal wieder viel besser gefallen, als ich es gedacht hätte.

Später bin ich nochmal auf dem Campingplatz um dann endlich zu frühstücken. Ich habe mich dann an einen der Tische gesetzt. Da waren 3 große Tische und an dem Tisch lag noch die Tischdecke von meinen 4 deutschen. Die beiden Frauen waren dann gerade am abwaschen und haben dann gesagt, dass, wenn ich eher gekommen wäre, ich zum Frühstück eingeladen worden wäre :-). Sie haben mir dann noch einen Kaffee angeboten, und da ich ja die ganze Zeit keinen trinken kann, habe ich die Einladung mal angenommen. Die beiden haben sich dann noch zu mir gesetzt, als ich gefrühstückt habe und wir haben dann über deren Reise, deren Leben (die Männer sind jeweils mit 56 schon pensioniert – sie waren bei der Telekom und haben bei so einem Abfindungsangebot mitgemacht) wo sie herkommen – Esslingen – usw. gesprochen. Das ganze Gespräch war echt nett!

Gegen 9 bin ich dann aber los. Ich hab dann auf dem Weg nochmal bei einem Navajo-Stand angehalten und mir ein bissel Kitsch gekauft :-). Werdet ihr ja vielleicht mal sehen …

Gegen 12 bin ich dann im Mesa Verde Nationalpark angekommen und habe dann erstmal mein Zelt aufgebaut und mal wieder ein bissel Ordnung in mein Auto gebracht. Ich hatte ja das erste mal seit zwei Tagen endlich wieder fließendes Wasser in der Nähe des Zeltes und so habe ich erstmal das Zelt ausgewischt, meine Kochsachen und denn Grill aufgewaschen und meine Kühltasche mal ausgespült. Beim waschen von meinem Taschenmesser habe ich mich dann aber richtig schön in den rechten Daumen geschnitten – super – das Blut ist dann auch gleich richtig schön losgeflossen. Zum Glück hatte ich Pflaster mit und wusste auch recht schnell wo es ist. Aber keine Angst mittlerweile geht’s mir wieder besser.

Ach ja, auf der Fahrt habe ich noch meine Mailbox abgehört und die 3 angsterfüllten Anrufe meiner lieben Mama angehört. Dazu folgendes: Ich dachte Du weißt, dass ich mitten in der Natur kein Internet habe – ich hab da ja gar nix! – und somit den Blogeintrag erst am nächsten morgen im nächsten Ort ins Internet stellen konnte – als ich dann meine wilde Nacht schon überstanden hatte. Deswegen hab ich dazu nix weiter in den Blog geschrieben.

Mittlerweile und auch gestern die ganze Zeit bin ich wieder völlig „out of reach of any mobil“-Netz. Irgendwie haben die deutschen SIM-Karten hier nur sehr niedrige Prioritäten, da neben mir Amerikaner eigentlich oft telefonieren, wenn ich nicht an Empfang habe.

In der Zeit in der ich mein Zelt sauber gemacht habe, habe ich an der Rezeption vom Zeltplatz mal wieder mein Laptop aufgeladen.

Der Zeltplatz ist übrigens nicht soo toll und mit 23$ auch recht teuer – aber immerhin hat er ne Dusche, die ich heute Abend ausgiebig nutzen werden :-).

Gegen 2 bin ich dann los in den Nationalpark. Ich hab dann erstmal am Visitor Center ein Ticket für eine Tour durch das größte Anasazi-Dorf – Cliff Palace – gekauft und so noch ein bissel gefragt, was ich vorher machen kann.

Dann bin ich in das Museum gefahren und habe mir einen Einführungsfilm über die ganzen - wie sagt man eigentlich dazu – ich nenne es jetzt mal Steinbehausungen auf englisch heißt das ganze Cliff Dwellings und man kann es irgendwie nicht so richtig übersetzen – Steinbehausungen hier angeschaut. Der war wirklich interessant und außerdem war es richtig schön mal zu sitzen und nichts zu machen! Ich bin heute irgendwie auch ganz schön fertig.

Danach bin ich ins Spruce Tree House gelaufen. Dort kann man ohne ein Ticket und Guide durch so ein Alkoven-Dorf durchlaufen. Es war schon sehr beeindruckend, und ich hatte mich ja auch sehr auf diese Dörfer gefreut! Ich habe dann auch immer wieder lange mit den Rangern gesprochen und mir vieles erklären lassen. Ich war dann dort auch in einem Kiva – das ist ein runder Bau in dem sich der Stamm zu Festen, zu Gebeten, aber auch zum arbeiten trifft.

Generell ist das Leben in so einem Dorf schon krass gewesen, da die Häuser doch größtenteils im Dunkeln liegen und die Leute zum arbeiten immer hoch auf den Berg über schmale Steige gehen mussten. Im Winter war es dann richtig kalt in den Siedlungen und die Leute konnten gar nicht mehr auf ihre Felder. Die Leute hier vermuten, dass die Bewohner ihre Siedlungen deswegen irgendwann verlassen haben, da es einfach ein zu unangenehmes Leben war.

Da ich nun schon 17:00 Uhr am Cliff Palace war und die Führung erst 18:00 Uhr losgeht kann ich heute schonmal ein bissel eher anfangen meinen Tag zu dokumentieren. Mal sehen, wie die zweite Tour dann wird.

Was mir heute auf der Fahrt noch eingefallen ist, ist dass ich den zwei Green Card Kandidaten noch sagen wollte, dass alle Leute die schonmal in Chicago waren oder dort Leben sehr von der Stadt schwärmen. Sie ist wohl wirklich sehr sehenswert und sehr sauber und irgendwie nicht so eng wie New York. Die zwei Städte stehen ja die ganze Zeit auch ein bissel im Krieg um das größte Hochhaus und generell das bessere ansehen. Vielleicht würde ich mich auch mal dahin orientieren. Arbeit sollte es da ja genug geben – ich glaube Chicago hat an die 18 Millionen Einwohner.

So nun bin ich auch von meiner zweiten Tour durch Cliff Palace zurück. Es war wirklich sehr toll! Die Tour war ja mit einem Tourguide – einer Rangerin – und sie hat sich wieder soviel Mühe gegeben und alles sehr toll erklärt. Unsere Gruppe bestand aus etwa 20 Leuten. Ich bin wie schonmal gesagt immer wieder begeistert von den Leuten die in den Nationalparks arbeiten – sowas engagiertes und begeistertes für die Natur und für die Leute, die den Park besuchen kennt man sonst nicht.

Achja, eine Sache muss ich noch erzählen. In den Bergdörfern haben laut Schätzungen von 800 Jahren etwa 50000 Leute gewohnt. Das ist mehr, als heute auf diesem Territorium – lustig, oder?!

Nach der Tour bin ich dann endlich duschen gegangen *juchuuuu* - es war einmalig schön!

Später habe ich mir mein Abendessen gemacht, diesmal gabs nur eine Suppe und zweimal Dosenobst zum Nachtisch. Irgendwie hatte ich gedacht, dass ich noch eine zweite Suppe da hätte – tja, so musste ich halt noch nen Bagel essen – der 5te für heute.

Der Campingplatz ist eigentlich doch ganz schön und auch ganz gut voll geworden. Heute Abend ist es endlich mal wieder so kalt, dass ich ein Sweatshirt anziehen musste, damit ich nicht friere. Der Campingplatz ist aber auch auf einer Höhe von 2100m. Wieviel ist das nun wieder in Fuss :-). Ach egal, ich geh jetzt schlafen! Ich freu mich auf morgen – ein Motel und das erste Konzert :-).

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