Ich hab mal wieder etwas länger geschlafen, irgendwie komme ich nicht mehr so zeitig aus dem Bett, oder besser aus dem Zelt raus, wie am Anfang. Dann habe ich alles zusammengepackt, gefrühstückt und bin dann los in Richtung Bryce Canyon. Im Zion Canyon habe ich dann noch ne kurze schöne Wanderung auf einen Aussichtspunkt gemacht, von dem man nochmal schön in das Tal schauen konnte.
Achja, davor bin ich ja nochmal in die andere Richtung aus dem Zion rausgefahren, da mein Laptop völlig leer war und ich doch meine Bilder mal ins Internet stellen wollte. Nachdem ich ein Weilchen gesucht habe, habe ich bei einem Gebäude in dem mehrere Museen drin sind auch an der Wand eine Steckdose gefunden. Ich hab dann dort erstmal meine Batterie auf 20% aufgeladen und bin dann weiter, da er dort nur geschützte W-Lans gab :-(. Ich hab dann immer mal angehalten und geschaut, wo es ein ungeschütztes W-Lan gibt und auch bald eines gefunden. Dort habe ich dann meine Blog mit den Bildern gefüttert. Das dauert ja auch ne ganze Weile, da man jedes einzeln hochladen muss. Ich hab dann auch kurz bevor der Rechner wegen der leeren Batterie in den Standby gefahren ist alles abgeschickt. Das war gutes Timing!
Dann bin ich weiter zum Bryce Canyon und bin kurz vor 2 angekommen. Ich habe erstmal geschaut, ob es im Bryce nen schönen Zeltplatz gibt, aber die waren nicht so schön und außerdem liegt der so hoch, dass es in der Nacht sehr kalt werden soll (Es waren wieder an die 0 Grad angesagt). Direkt von dem Nationalpark gibt es eine schönes Hotel, das auch einen Zeltplatz hat, bei dem man dann den Pool mit nutzen könnte. Klingt ja auch sehr verlockend, nach zwei Tagen ohne Dusche. Der war mir dann aber mit 23$ doch zu teuer, da er ja auch so hoch liegt. Etwas weiter liegt ein Zeltplatz der im Reiseführer wieder sehr stark empfohlen wurde zu dem ich dann gefahren bin, der liegt etwa 500m tiefer und ist somit etwas wärmer gelegen. Der Zeltplatz ist auch wirklich total schön – eigentlich der schönste bisher und die Leute sind auch total nett, aber dazu später mehr. Ich habe dann erstmal mit dem Ranger und einer Frau gesprochen, was ich denn hier alles so anschauen könnte und wie denn die Schotterstrasse so ist, die ich morgen fahren möchte. Dann habe ich ihn noch gefragt, wo ich denn mein Laptop aufladen könnte. Er hat angeboten, dass ich es in seinem Büro lassen könnte und später dann abholen kann. Ich wollte dann auch alles rausholen und hab dann aber gemerkt, dass ich den Adapter für die amerikanischen Anschlüsse wohl beim Zion stecken gelassen habe – so ein mist! Er hat dann gesagt, wo es bestimmt einen neuen gibt und dort habe ich dann auch für 3$ aeinen neuen bekommen.
Dann habe ich erstmal mein Zelt aufgebaut, hab mittag gegessen und bin dann in Richtung Bryce zurückgefahren. Dort bin ich dann so circa 10 Km in 3 Stunden ganz gemütlich durch eine hammerschöne Landschaft gelaufen. Der Bryce ist an einer Anbruchkante an der sich verschieden Stufen von Ablagerungen angehoben haben, die nun nach und nach abgetragen werden und so wunderschöne Strukturen hinterlassen. Man läuft dann da durch und sieht eigentlich ständig was neues. Die Strukturen sehen oft auch wie von Bildhauern erschaffen aus – sehr sehr schön!
Ich hatte dann meine Wander-Flip-Flops an, die haben schon nen guten Belag, aber sind halt Flip-Flops. Das mache ich nicht wieder. Ich sah zu Schluss um die Beine wie ein richtiger Indianer aus, richtig schön rot.
Der Bryce liegt auf einer Höhe von 8500 Fuss – Danilo, ich bin ja gerade nicht im Internet und kanns daher wieder mal überhaupt nicht umrechen. Das sind irgendwas um die 2700m, oder? Die Landschaft sieht aber irgendwie gar nicht so aus, wie man sich dass von 2700m so vorstellt.
Da fällt mir gerade noch was ein. Ich komm ja überhaupt nicht hinter das ganze Maßsystem der Amerikaner. Vielleicht kann ja mal einer schreiben, wieviele Fuss eine Meile lang ist und was das ganze mit Yards zu tun hat, die auch ab und an ausgeschildert werden und dann noch wie man das ganz einfach in Meter umrechnet. Ich glaube von Fuss nach Meilen, das ist eine ganz ungerade Zahl, nicht so schön wie bei uns mit 1000m = 1Km. Die Gewichts- und Flüssigkeitseinheiten sind ja da auch nicht einfacher mit Gallonen und komischen Gewichtsangaben.
Nun aber zum wichtigen zurück. Ich bin die Wanderung zwischen 16 und 19 Uhr gegangen, was echt ne schön Zeit war, da kaum noch einer Unterwegs war und die Sonne schon etwas schräg stand und man dadurch tolle Fotomotive hatte. Nach meiner Wanderung, bin ich dann zurück zum Campingplatz. Ich habe dann nochmal wegen dem Laptop gefragt. Mittlerweile war ein anderer Ranger da, der hat dann gesagt, dass ich es natürlich da lassen kann und da er nicht die ganze Zeit da sein wird, er es dann bei mir am Zelt vorbeibringt. Ich hab dann erst gesagt, dass er das nicht machen muss, er hat aber gesagt, das ist kein Problem. Er hat es dann tatsächlich nach ca. 1 ½ Stunden vorbeigebracht. Das finde ich ja so nett hier! Ich glaube sowas gibts in Deutschland nicht!
Während der Zeit habe ich dann geduscht – auch sehr schön hier! Es war auch mal wieder richtig herrlich, obwohl ich mich mittlerweile richtig an das Leben auf dem Zeltplatz gewöhnt habe und gar keine richtige Lust auf die Motels habe … aber duschen war schon schön!
Danach habe ich mir mein Abendessen gemacht, Spaghetti mit Oliven-Tomatensoße und sogar Birnen als Nachtisch, toll, oder :-).
Mittlerweile sitze ich hier im Dunkeln und schreibe und schreibe und schreibe. Ich bin Ich seh zwar nicht alles, aber hier springen richtige viele Tiere um mich herum. Die scheinen sich hier auch wohl zu fühlen … naja, das muss ja aber nicht sein :-).
Was mal wieder richtig toll ist, ist der Sternenhimmel. Ich habe heute noch in der Nationalparkszeitung gelesen, dass mindestens die Hälfte der Bewohner der nördlichen Hemisphäre nie die Milchstrasse sehen, da es um sie herum in der Nacht nicht mehr wirklich dunkel ist. Hier sieht man ja soo viele Sterne. Schade, dass man davon kein schönes Bild machen kann, zumindest nicht mit meiner Kamera.
Was ich noch vergessen hatte zu schreiben ist, dass ich kurz vor der Abreise aus dem Valley of Fire von einem anderen Camper gefragt wurde, ob ich eine Gaskartusche und einen Klappstuhl haben möchte, da er morgen abreist. Ich hab dann beides dankend angenommen, da ich ja auch schon Angst hatte, dass ich wegen der Gaskartusche wieder ewig rumrennen werde. Ich hab beides auch umsonst bekommen und hab dann auch mal nen richtigen Stuhl an dem ich mich mal richtig anlehnen kann. Sehr schön!
Was ich auch glatt vergessen habe, ist, dass Springdale, die Stadt direkt vor dem Zion Nationalpark sehr schön ist und viele niedliche alte Häuser und Geschäfte hat. Ich glaube aber nicht, dass es da richtig Arbeit gibt – außerdem ist das Mormonengebiet und die sind mir einfach irgendwie verdächtig, was mir da noch einfällt ist, dass ich Euch mal bei Gelegenheit erzählen muss, was Lisas (die Frau, die ich auf der Wanderung getroffen hatte und die soo viel erzählt hat) Exmann als Landschaftsgärtner so verdient. Das lohnt sich richtig!
Das wars für heute, gute Nacht, ich lass dann mal die Tiere hier draußen alleine.
4 Kommentare:
Die Abenteuerlust in "freier Wildbahn" und die Begeisterung der (Wander)Touren schwappen bis ins Havelländle und erinnern mich an Carmens Erzählungen, als sie aus Amerika zurückkam. Der Grand Canyon hallte da noch lange nach und ist wohl etwas Einzigartiges (und nichts für "Sportmuffel"!) Gewohnt hat sie in der Nähe von Salt Lake City bei einer mormonischen Familie - eine allerdings nicht ganz so ungetrübte Erfahrung.
Also dann, viele Grüße und weiter so. Komm´ gut wieder heim!
Hallo Mirko, du bist ja jetzt immer richtig aktuell mit deinen Berichten. Und die sind immer wieder wahnsinnig interessant. Bist ja ein richtiger Naturbursche!
Mit Tieren hast du's ja nicht so, sonst wärest du der geborene Farmer! So mit Hut und Stiefeln. Aber komme du mal lieber wieder nach Hause zurück! Und das nicht nur, weil wir auch deine Alben mit den tausenden Bildern sehen wollen.
Das mit dem Sternenhimmel haben wir im vorigen Jahr bei der Fahrt auf der Donau auch so empfunden. Da war es auch rundherum finster, und wir haben Sterne gesehen..........
Viele Grüße aus der Heimat, wo wir zur Zeit mächtig schwitzen.
1 ft = 30,48 cm
1 m = 3ft 3 inches
1 inch = 2,54 cm (12 inches = 1ft )
1 yard = 3 ft
Ich mag diese Tabelle garnicht anschauen, z.Z. sehr komplex. Sicher aber eine Sache der Gewohnheit, damit klarzukommen.
Also war Mirko in Bryce bei 8500ft auf einer Höhe von 2590,80m.
Deine Schätzung von 1300m, als der Ranger 4000ft angab ist sehr nah dran: 1219m.
Apropos: Wenn die Mormonen den Mann höher stellen, auweia, einer Heiligkeit gleich, das kann ja nur nach hinten losgehen und erinnert mich stark an den Chauvinismus.
Vielleicht noch ein, zwei hilfreiche Formeln zum umrechnen der tollen Längenmaße. Obwohl mein Tipp ja wäre, es einfach zu lassen. Nach den 4 Wochen, wirst dann vielleicht ein Gefühl dafür bekommen und dich wie ein Amerikaner fühlen. Ist ja wie mit dem englisch und dem Übersetzen ins deutsche. Erst wenn du nicht mehr Übersetzt, sprichst du schönes Englisch und fühlst es. :-)) Herrlisch.....
1 Meile = 1609 Meter
Also: Länge in Meter / 1609,344 = Länge in Meile (mile);
Maß in Meile * 1609,344 = Maß in m
Länge in Meter / 0,9144 = Länge in Yard;
Maß in yd * 0,9144 = Maß in m
Länge in Meter / 1609,344 * 5280 = Länge in Fuß Maß in ft * 0,3048 = Maß in m
Nun hast du alle Formeln, aufschreiben und rechnen, oder wie gesagt Zeit sparen und fühlen.....
Toll gesagt, Nicht??
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