Und dann machts *Patsch* und man ist wieder da. Nach einer so langen und irgendwie im Leben doch auch kurzen Zeit sitze ich nun wieder in meiner Wohnung und frage mich – wow was war das – wie war eigentlich das Leben vorher, zu dem ich ja irgendwie zurückfinden sollte. Es ist schon krass, wie sehr ich in den 4 Wochen in einer anderen Welt gelebt habe, ohne dass mir das wirklich bewusst war. Das wird mir erst jetzt, hier in Stuttgart so ganz klar.
Wie meine liebe Mutter schon geschrieben hat, wird es bestimmt auch lange dauern, bis ich alles so richtig verarbeitet habe.
Zusammenfassend muss ich zu der Reise nochmal sagen, dass ich noch nie so intensiv einen Urlaub erlebt habe. Die anderen Reisen waren deswegen überhaupt nicht schlecht, aber auf jeden Fall anders und erholsamer. Diesmal habe ich in den 4 Wochen so ca. 2 Stunden mal richtig relaxt (am Fluss im Zion) wobei ich ja dann auch gleich eingeschlafen bin. Den Rest der Zeit hatte ich immer irgendwas zu tun. Trotzdem fühle ich mich erholt und gut nach dem Urlaub, was auch daran liegt, dass ich in den 4 Wochen praktisch nie so wirklich an das Leben und die Arbeit in Stuttgart gedacht habe. Es ist einfach so, dass man, wenn man alleine reist, viel mehr Kontakte knüpft und dadurch auch viel besser die Leute in dem jeweiligen Land kennenlernt. Das fand ich sehr faszinierend. Von daher würde ich diese Reise nach den ganzen Vorfällen hier zu Hause immer wieder genau auf diese Art und Weise machen.
Dann noch kurz ein paar technische Daten: Ich habe insgesamt doch keine 5000 Bilder gemacht, was aber auch daran lag, dass ich in der letzten Woche eingebrochen bin mit der Anzahl der Bilder pro Tag :-). Ich habe nun 3500 Bilder, die ich allen interessierten Leuten gerne mal in aller Ruhe zeige. Wenn ihr wisst, wie viel Zeit ich pro Bild mit Euch verbringen kann, dann wisst ihr, dass es sehr lange dauern wird! Gefahren bin ich am Ende recht genau 7500 Meilen, was nach Adam Riese ziemlich genau 12000 Km bedeutet. In 4 Wochen ist das echt krass, ich hätte im Vorfeld nicht gedacht, dass es so viel wird. Trotzdem war für mich eigentlich nur der 1000 Meilen Tag so richtig anstrengend vom fahren her. Zum Vergleich: Meine aktuelle Jahresfahrleistung hier mit meinem Auto liegt bei ca. 8000 Km. Ich hab auch richtig Angst wieder in mein Auto zu steigen, da ich doch gar nicht mehr mit so nem kleinen Auto, in Deutschland (wo alle so rasen und ganz anders fahren) und ohne Automatik (ja man muss die Kupplung und nicht nur die Bremse beim Anlassen drücken und dass vergesse ich auf jeden Fall irgendwann mal) fahren kann. Wie viel Geld die Reise gekostet hat, weiß ich noch gar nicht. Es war aber auf jeden Fall, trotz den teilweise recht günstigen Zeltplätzen nicht wenig, was vor allem auch durch das tanken kommt, an das ich im Vorfeld ja gar nicht so wirklich gedacht hatte.
Zur Rückreise gibt’s noch folgendes zu berichten. Ich bin morgens dann 6 Uhr zur Autoabgabe gefahren. Die Frau, die mein Auto gecheckt hat, hat dann noch gesagt, dass bestimmt eine Nachgebühr für die Reinigung fällig wird – ich hab erst noch ein bissel mit ihr diskutiert, es dann aber gelassen, mal sehen, was jetzt kommt. Es war aber auch wirklich total dreckig, sowohl innen als auch außen. Am Flughafen war dann alles ganz schön anstrengend, da ich mit dem Riesengepäck ewig rumlaufen musste und auch so riesige Schlangen waren. Ich war dann auch erst kurz vor dem Eincheckstart am Gate.
Im ersten Flieger habe ich neben einer Frau gesessen, die mit ihrem Mann (Pfarrer) zu einer Hochzeit in der Nähe von Atlanta unterwegs war. Wir haben uns dann ewig über die Bibelgeschichte und den Glauben unterhalten, so dass die 5 Stunden total schnell vorbei waren. Ich finde die christliche Geschichte ja schon sehr interessant und bedauere auch ein bissel, dass ich diese nicht als Kind gelernt habe, aber das ist jetzt kein Vorwurf!
In Atlanta hatte ich dann auch nur nen kurzen Aufenthalt. Im Flieger nach Stuttgart hats dann so richtig „Peng“ gemacht. Ich war ja nun die ganzen 4 Wochen nur von Urlaubern oder notorisch optimistischen Amerikanern umgeben, die wirklich nie über irgendwas gemeckert haben, sondern für die es höchsten „great“, „awesome“, „wunderful“ und vielleicht mal „good“ gibt. Im Flieger hat dann eine richtige Schwäbin mit ihren zwei älteren Kindern gesessen und sie hat sich dann die ganze Zeit nur über irgendwas und irgendwen aufgeregt. Ich dachte mir, das gibt’s ja nicht, nun ist der Urlaub vorbei! Zum Glück hat sie mich dann nach kurzer Zeit darauf hingewiesen, dass ja ganz hinten noch ne ganze Bank frei ist. Das habe ich mir nicht zweimal sagen lassen, da ich ja auch schlafen wollte. Ich habe dann eine Stewardesin gefragt, ob ich mich da hin setzen kann und da das kein Problem war, hatte ich dann auf dem Flug einen tollen Sitz, bei dem ich endlich auch mal die Füße hochlegen konnte. Ich habe dann sogar auch ein bissel geschlafen. Trotzdem war ich dann in Stuttgart so richtig durch den Wind und wusste erstmal gar nicht, was das jetzt ist, welche Zeit ist, usw.
Nochmal zur Mentalität der Amerikaner. Das klingt vielleicht alles einfach und oberflächlich, aber trotzdem finde ich es schön, mit positiven und optimistischen Menschen zu sprechen!
Nun sitze ich auf der Couch, packe ein bissel aus, müsste eigentlich ne Menge Wäsche waschen und schaue mal, wie schnell ich ins Leben zurück finde.
1 Kommentar:
Welcome Home Mr. Nice Guy.
Ich hoffe nur nicht, das Du für das Feuer im West-Yellowstone-Nationalpark verantowrtlich bist, so mit der Motivation entzündet: Liebes Westamerika, ich habe Dich kennen-und lieben gelernt. Und weils so schön war, möchte ich Dir auch etwas Großes zurücklassen ;o)
Nee, mal wieder zur Sachlichkeit. Die Tipps meinerseits waren obertrefflich Klugschitterei, jedoch wie sich rausstellte, ab und wann auch nützlich. Das lob ich mir. Das ich durch diesen Blog mit einer gewissen Herzdame eine Madame Ziggenbard an die Seite gestellt bekam, erfreut mein Herz. Ich sammle auch schon fleißig Häarchen, ein Haarimplantatsspezialist ist auch schon ausfindig gemacht, denn: Ein Ziggenbard ist nur echt mit einem Ziggenbard.
Von wegen sachlich: Mirko, ich kann das nicht. Menschen meines Vertrauens müssen wohl oder übel die Ironie und den Sarkasmus meinerseits aushalten. Das pflege ich zu beahren, wie manche das Zahngold ihrer Ahnen zu polieren pflegen.
In diesem Sinne und auf eine digitale Diashow freuend, Monsieur Ziggenbard
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