Ich hab mal wieder richtig schön geschlafen und bin wieder erst gegen halb 9 aufgewacht. Dann habe ich wie eigentlich immer gefrühstückt, ich hab dann aber gleich noch mein Mittagessen mit vorbereitet und bin dann los gefahren.
Um es mal vorwegzunehmen, so richtig glücklich bin ich im Yellowstone nicht. Es gibt da glaube ich mehrere Gründe. Zum einen ists einfach richtig voll hier, was irgendwie die Stimmung nimmt. Zum anderen kann man keine richtigen Wanderungen machen sondern läuft meistens nur auf asphaltierten Wegen, was auch irgendwie doof ist. Dadurch kommt man dann auch kaum mit Leuten ins Gespräch, da ja alles so kurz ist und man nie mit jemandem alleine ist, dadurch fühle ich mich nun wieder etwas einsam – es geht aber! Was mich dann aber auch noch richtig ankotzt ist das Auto gefahre hier. Man kommt überhaupt nicht vorwärts, da immer einer meint ganz in Ruhe (was so zwischen 40 und 50 Km/h ist) die Landschaft genießen zu müssen. Alle anderen überholen dann auch nicht, sondern fahren brav hinter dem her. Außerdem gibt’s einfach ganz wenig Gelegenheiten zum überholen. Ganz schlimm wird’s dann, wenn eine Kurve kommt – das ist ja hier gar keiner gewohnt und da muss man dann fast stehen bleiben, oder wenn Tiere an der Strasse stehen – da reicht aber schon ein Reh. Dann bricht der Verkehr völlig zusammen und alle bleiben stehen und machen Fotos aus dem Auto und kucken und kucken und kucken. Vielleicht müsste ich mich auch mehr für die Tiere begeistern, aber irgendwie fehlt mir da der Faible für. Mir gefallen Steinformationen oder Geysire oder so einfach mehr wie irgendwelche Tiere am Strassenrand. Da man dann auch immer sehr weit zu den einzelnen Sachen fahren muss (heute 180 Km, gestern 250 Km) sitze ich dann viel zu oft im Auto und rege mich über die Leute vor mir auf. Die Sachen, die ich dann anschaue hauen mich dann auch gar nicht so vom Hocker wie sie vielleicht sollten, da ich einfach vom fahren zu genervt bin. So genug gekotzt, nun mal zu meinem Tag.
Ich habe mir zuerst den Canyon vom Yellowstone angeschaut. Der ist schon sehr schön und wild. Ich bin dann die einzelnen Aussichtspunkte abgefahren und bin auch zweimal recht weit in den Canyon reingelaufen, was dann beim hochlaufen ganz schön anstrengend war, ich glaube das liegt auch an der Höhe hier. Später bin ich dann mal den South Rim Trail langgelaufen. Das krasse ist, dass man zwischen den Parkplätzen von den Aussichtspunkten wieder ganz alleine ist, sobald man aber an einen Parkplatz kommt sind wieder so viele Leute da. Insgesamt bin ich so an die 5 Km gewandert, was dann auch ganz schön war.
Dann bin ich mal wieder gefahren. Ich bin zu den Mammoth Hot Springs gefahren. Die liegen sehr weit im Norden von dem Park. Die Strecke ist dann auch ganz schön. Ich war dann so gegen 2 da und da ich von einer Möglichkeit zum Baden gelesen hatte, wollte ich erstmal das ausprobieren. Man kann dort, im Gegensatz zu gestern in einem sehr kalten Fluss baden, in dem an den Badestellen das sehr heiße Wasser von den Mammoth Hot Springs reinfließt. Das war dann auch echt toll und bestimmt auch ganz gesund :-). Man hatte dann immer einen heißen Rücken und kalte Beine oder halt irgendwie so, da sich das Wasser nicht wirklich vermischt hat, oder das heiße Wasser, den kalten Fluss nicht komplett aufwärmen konnte. Ich hab dann ein paar Pools ausprobiert. Irgendwie habe ich mich dabei wie in einer Therme gefüllt. Das war schon toll. Das krasse war dann noch, dass ein Mann ewig in dem richtig schnell fließendem und eiskalten Fluss drin war – also ich habs nach dem heißen Wasser immer nur sehr kurz im kalten Wasser ausgehalten und bin dann schnell wieder ins Warme :-).
Nachdem ich da einige Zeit verbracht habe bin ich dann raus (was echt kalt war) und hab dann auf dem Rückweg zum Auto gegessen.
Dann bin ich zu den Hot Springs gefahren. Das sieht in etwa aus wie die Sintherterrassen in der Türkei. Es fließt von ober heißes Wasser den Berg entlang nach unten, wodurch sich verschiedene Materialien absetzen. In dem heißen Wasser leben dann auch Bakterien, die das Wasser verschieden färben. Dummerweise ist das heiße Wasser in den letzten Jahren wohl etwas versiegt, so dass das ganze nicht mehr so eindrucksvoll war. Dort wo aber Wasser geflossen ist, sah es schon toll aus.
Dann bin ich noch einen anderen Loop-Drive abgefahren, von dem man noch andere Terrassen sehen sollte, die aber auch meistens trocken waren und dadurch nicht mehr so toll anzusehen waren. In der Nähe wurde wohl vor ein paar Stunden auch ein Bär gesehen, wodurch wieder mal alle angehalten sind und natürlich völlig aus dem Häuschen waren :-).
Dann bin ich zurück zum Zeltplatz gefahren und habe mal die Route für die nächsten beiden Tage geplant. Ich hab ja nun ich zwei Tagen 1000 Meilen nach San Francisco vor mir – zum Glück nur noch morgen früh die 40 Meilen durch den Nationalpark und dann nur noch Highways *jaaaa!!*.
Ich wollte eigentlich am Lake Tahoe zelten. Nun hab ich mir überlegt, dass ich auch in Reno (kurz davor und die kleinere „Schwester“ von Las Vegas) übernachten könnte. Dort ist alles längst nicht so teuer und vielleicht ists auch nicht so doof. Mal sehen, wie ich morgen vorankomme und wie ich mich so fühle. Bis dahin hätte ich auf jeden Fall den größten Teil der Strecke nach San Francisco geschafft. Wie gesagt, mal sehen, worauf ich dann morgen Lust habe.
Die Kalifornier, die gestern meine Nudeln gekocht haben, haben auch gesagt, dass sie Las Vegas überhaupt nicht mehr toll finden. Früher wars nach deren Meinung auch viel besser und nicht so überlaufen und teuer.
Naja, nachdem ich nun mal wieder alles aufgeschrieben habe, werde ich dann bestimmt noch die Fotos der letzten beiden Tage raussuchen, dann Essen machen (Suppen + eingekochtes Obst) und dann vielleicht noch duschen gehen (war seit Salt Lake City nicht mehr ….) und dann vielleicht mal noch auf ein Ranger Programm gehen. Das findet eigentlich jeden Abend gegen halb 10 in den Nationalparks statt und da wird am Lagerfeuer irgendwas erzählt. Heute geht’s um die Geographie von Yellowstone. Mal sehen, ob ich solange wach bin :-) – ich will ja morgen auch nach Möglichkeit schon gegen 6 aufstehen, damit ich recht schnell durch den Nationalpark komme.
So das wars dann. Guten Appetit :-).
Jetzt muss ich doch noch ein bissel was schreiben. Ich sitze gerade am Lagerfeuer, nachdem ich von meinen Nachbarn ein bissel Holz und auch ne Anleitung bekommen hab, wie ich ein richtiges amerikanisches Lagerfeuer mache :-). Stichwort: Tipi …
Duschen war ich dann doch nicht mehr, da ich irgendwie mein Duschbad verloren hab – manche Entscheidungen sind einfach einfacher in der freien Natur und wen juckts schon, ob ich stinke :-). Naja, ganz so schlimm ist es nicht, da ich noch ein bissel Duschbad hatte, das ich mal aus nem Motel mitgenommen habe und mich dann mit einem Waschlappen (aus nem anderen Motel) ein bissel abgewaschen habe. Da es hier auch nicht so heiß ist, schwitzt man auch nicht so und muss sich deswegen ja eigentlich auch gar nicht duschen :-).
Mein Essen war dann ne Tomatensuppe (wirklich gut, sogar mit sowas drin, was wie Tomatenstücke aussah und geschmeckt hat) und eine Minestrone (mit Bohnen und Nudeln) – passt irgendwie zum Lagerfeuer – ich fühl mich mal wieder wie ein kleiner Cowboy :-). Die haben sich bestimmt auch nicht jeden Tag geduscht – duschen ist ja ehh völlig überschätzt!
So dass wars dann aber wirklich!
1 Kommentar:
Und ich dachte schon, der Yellowstone würde biologisch umkippen, weil die Zahl der Stinker überhand genommen hat. Zurecht gebe ich Dir bei, dass Duschen insofern überschätzt ist, als es mal den Werbespot gab "An meine Haut lasse ich nur Wasser und CD"...in Deinem Fall: An meine Haut lassen ich nur Wasser, einen Waschlappen des Motels X und einen Schwupps Duschgel vom Motel Y. Getrost kann Mensch die Reinigungsmittel beiseite lassen, Wasser macht alles bis dahin sauber, wo Verdüngung dann ansetzen tut. In diesem Sinne,
Get your motor runnin'
Head out on the highway
Lookin' for adventure
Like a true nature's child
We were born, born to be wild
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