Donnerstag, 21. Juni 2007

Mittwoch 20.06.2007

Ich habe wie schon geschrieben richtig schön in der Nacht geschlafen. Der Zeltplatz war aber auch toll und das für nur 5$. Ich hatte ja einen Platz am Colorado mit „Privatstrand“. Ich war auch umgeben von Bäumen und dadurch war es schön schattig und ich habe keinen anderen gesehen, aber ich wusste, dass andere Leute da sind.

Ich bin dann gegen 7:30 Uhr aufgestanden und habe dann gefrühstückt, zusammengepackt und bin dann nochmal in den Colorado gegangen – toll :-).

Dann bin ich gegen 9 Uhr losgefahren und da ich ja „nur“ nach Salt Lake City musste (4 Stunden Fahrt) und ich dort nichts weiter vor hatte, bin ich nochmal ein bisschen im Arches Nationalpark wandern gegangen. Ich bin so ein bissel rumgelaufen und dann noch 3.5 Km zum Landscape Arch. Der ist ganz nett, aber der Delicate Arch ist einfach mit Abstand der schönste.

Gegen 11:30 bin ich dann in Richtung Salt Lake City losgefahren. Auf der Fahrt ging es dann ganz schön in die Berge. Ich habe dann auch oben meine Mittagspause gemacht (es war aber ganz schön windig). Gegen 4 bin ich dann in meinem Hotel angekommen.

Dann habe ich erstmal wieder geduscht und mich fürs Konzert schick gemacht und bin dann nochmal in ein Shoppingcenter gegangen. Da habe ich noch eine Wintermütze – die war so billig, die musste ich nehmen, wer kauft auch im Juni Wintermützen – und ein T-Shirt gekauft. Das mit dem T.Shirt war richtig gut, dazu aber später mehr. Dann habe ich noch was kleines gegessen und bin dann in Richtung Konzert losgefahren.

Das Gebäude, in dem das Konzert stattfinden sollte war dann auch ganz schön weit draussen. Als ich da war, sah aber alles schon recht leer und komisch aus und dann habe ich auch ein paar Leute an den Eingang gehen sehen und dann auch gesehen wie sie wieder umgedreht sind. Ich dachte dann, das gibt’s ja nicht. Da fahr ich so weit und dann fahr ich auch noch an die falsche Stelle. Ich hab dann aber mal an der Tür geschaut und da stand dann, dass das Konzert woanders stattfindet. Eigentlich direkt neben dem Shoppingcenter – toll!

Also bin ich wieder zurückgefahren und hab dann nochmal eine kurze Tour durchs Zentrum gemacht. Salt Lake City ist eigentlich echt sehr schön. Vor allem ist es von richtig hohen Bergen umgeben, was echt toll aussieht. Es ist alles auch sehr sauber, aber dann auch schon wieder fast zu sauber. Ich glaube Salt Lake City ist auch nicht arm. Eigentlich nicht schlecht zu leben, aber mir würde der große Einfluss, den die Mormonenkirche hier hat nicht gefallen. Die Leute sind auch wirklich sehr beeinflusst von der Kirche.

Nachdem ich meine kleine Stadtrundfahrt beendet hatte, bin ich wieder auf meinen Parkplatz vom Shoppingcenter und bin dann zur neuen Konzertlokation gelaufen. Dort standen dann auch eine ganze Menge Leute rum, also war es richtig. Das doofe war dann aber, dass wir ewig draussen warten mussten und als der Eingang dann freigegeben war, dass ich trotzdem noch ewig draussen in wirklicher Hitze stehen musste. Ich hab dann noch ca. eine Stunde angestanden. Das lustige war aber, dass die Leute aus meiner Sicht alle kunterbunt rumstanden. Ich hab mich dann einfach in irgendeine Lücke gestellt. Später, als es dann endlich los ging, habe ich gemerkt, dass wir alle eine Schlange gebildet haben :-). Die Amerikaner sind ja da auch ganz anders wie die Deutschen und bleiben so brav an ihrer Stelle der Schlange stehen, egal wie viel Zeit das kostet. Naja, mit mir hatte keiner gemeckert, ich hab mich aber auch ganz schön weit hinten reingedrängelt. Später habe ich dann aber brav meinen Schlangenplatz nicht mehr verlassen.

Als ich endlich drin war, habe ich mir erstmal ein Wasser geholt und bin dann an die Seite der Bühne recht weit vor gegangen. Dort bin ich dann mit einem Utaher ins Gespräch gekommen, der von 2004 bis 2006 in Hamburg in einer Mormonenmission gearbeitet hat. Er konnte auch noch erstaunlich gut deutsch und war auch mit seiner Frau (er war 24 … da). Trotzdem war er eigentlich so locker und hat unglaublich beim Konzert mitgemacht. Ich dachte ja erst schon, na super, jetzt hast du so nen lahmen Priester neben dir und kannst nicht mitmachen, aber überhaupt nicht. Und jetzt studiert er auch BWL – passt ja gar nicht zu nem Missionar :-).

Als Vorband sollte eingentlich And One kommen, aber die haben aus irgend einem Grund kurz vorher abgesagt. Das war dann auch echt komisch, dass das Konzert direkt mit VNV Nation los ging, aber trotzdem war wieder so schnell eine Hammerstimmung. Sowas gibt’s in Deutschland einfach nicht, wie die Leute hier mitmachen. Ich war wieder so begeistert! Diesmal war die Stimme von Ronan auch wieder völlig gut. In der Halle wars dann auch richtig heiß geworden! Ich hab alles von mir nassgeschwitzt und war richtig fertig danach. Während dem Konzert ist das Mädel, das vor mir stand mal kurz Wasser holen gegangen. Ich habe sie dann gefragt, ob sie mir auch eins mitbringen kann und wollte ihr eigentlich das Geld geben, daraufhin hat sie gesagt, dass ich es kostenlos bekomme, wenn ich ihr den Platz freihalte :-) – das hab ich dann auch ordentlich getan …

Nach dem Konzert war noch eine Aftershowparty in einem Club nebenan. Ich dachte mir, dass ich die auf jeden Fall mal anschauen muss. Davor hatte ich mir noch mein neues T-Shirt angezogen, da ich das andere wirklich auswringen konnte ... Dort habe ich auch das Mädel (Sarah, 7tes Kind in der Familie ...), das vor mir stand nochmal getroffen und wollte sie dann auf eine Cola einladen. Als ich die dann geholt habe, habe ich von der Barfrau beide Colas kostenlos bekommen – ich hab echt keine Ahnung warum und hab sie auch gar nicht richtig verstanden – aber trotzdem hab ich natürlich nicht nein gesagt :-).

Später sind dann auch noch die Leute von VNV Nation auf die Party gekommen. Ich hätte ja schon gerne mal mit Ronan gesprochen, wusste aber echt nicht, was ich sagen soll. Ich hab dann mit Sarah gesprochen und ihr gesagt, dass ich mich nicht traue und dann sind wir mal zusammen hingegangen.

Ich habe dann gesagt, dass ich aus Deutschland komme und schon in Stuttgart war usw. und dann noch gefragt, ob es immer so ist, dass die Stimmung in Amerika ganz anders ist wie in Deutschland. Er hat dann gesagt, generell schon, da die Amis von Anfang an begeistert sind und die Deutschen erst zum Schluss richtig auftauen, dass die Schwaben aber auch am ruhigsten sind :-). Dann hab ich noch gefragt, warum er so gut deutsch kann. Er hat dann erzählt, dass er seit 6 Jahren in Hamburg wohnt und die Stadt generell sehr toll findet, aber dass ihm am meisten die Offenheit der Leute begeistert. Naja, dann haben wir so noch ein bissel beim ihm gesessen und noch irgendwas geredet. Er hat mir dann auch noch ne gute Reise gewünscht und mir die Hand gegeben – toll, ich hab mit dem Sänger meiner Lieblingsband gesprochen – wie aufregend :-).

Achja, nochmal zum Konzert. Das war noch besser als das erste. Es war wirklich der Hammer, wie die Leute mitgemacht und mitgesungen haben! Und es waren auch deutlich mehr, als in Albuquerque. Ein richtig tolles Erlebnis!

Dann wollte ich noch was zum Radioprogramm schreiben, dass ich ja sehr oft genießen darf :-). Wenn man außerhalb der größeren Städte ist, hat man meistens nur zwei Sender zur Auswahl. Beides Country-Schnulzen-Sender und beides mit Programmpunkten in denen es immer wieder darum geht, wie man zu guten Eltern wird, wie die Kinder zu guten gläubigen Kindern erzogen werden können – wie wichtig es ist, dass man auf seine Eltern hört usw. Echt voll krass! Immer wieder heißt der „gute gläubige Kraft gebende Sender“.

Meine Nacht habe ich ja im Motel in Salt Lake City verbracht. Das tolle ist ja immer, dass die Motels direkt an der „Autobahn“ sind. Ich kann quasi die Autos sehen und natürlich auch sehr schön hören. Die Fenster sind auch längst nicht so schallgeschützt wie die deutschen Fenster. Insgesamt also ein schönes Kontrastprogramm zu ruhigen, tollen Zelten am Colorado …

3 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Klasse, war gerade im Netz beim Lesen der Berichte über Montag und Dienstag, da kam dein Mittwoch- Bericht an. Also ging es noch ein bisschen länger beim Lesen. Klingt ja jetzt alles schon nicht mehr ganz so nach "Vagabunden- Leben". Hast dir deine Route gut eingerichtet. Und kein Satz von Heimweh!
Ist ja aber auch verständlich bei diesen Erlebnissen und Eindrücken. Da wirst du noch ewig damit beschäftigt sein, das zu verarbeiten. Und auf die Fotoalben bin ich mal gespannt.........;-)
Ich wünsche dir weiterhin eine schöne Zeit.
Viele Grüße von der Mama von Madame Ziggenbart und Schwiegermama von Monsieur Drosselbart!

Anonym hat gesagt…

Also nicht New Mexico! Vielen Dank, unter Mormonen-Einfluss möchte ich nun wirklich nicht Leben. Auch wenns coole Priester gibt. :-)
Und drei VNV-Nation Konzerte! Ich bin sehr überrascht über dies Pensum, das hab selbst ich noch nicht geschafft. Auch muss ich mal dem Matthias zustimmen, irgendwie lerne ich meinen Bruder von einer ganz neuen Seite kennen hier und ich mag dich auch sehr als Naturbursche. :-)
So, wir verlassen jetzt auch die Zivilisation und fahren zum Schlammbaden nach Scheeßel (Hurricane). Viel Spass im Yellowstone.
Grüße aus der Stadt des Deutschen Meisters 2010 (Harhar-Hauptsache nicht Nachbar-Golfsburg)

Anonym hat gesagt…

Schlammbaden ist Mega-Körper-Plege und wie man lesen kann, offensichtlich nicht nur für Elefanten-Haut so was wie „eincremen“. Übrigens hier mal ´was ganz schlaues am Rande :-) : Der Colorado hat zu Recht seinen Namen „COLOR“ado – „GEFÄRBT“ von der typischen roten Farbe dort, wie man auf Deinen Bildern auch gut sehen kann. Ich hau´ mir das teure Zeug manchmal ins Gesicht und wundere mich immer wieder, dass es nicht hilft …:-) Die Dose ist eben keine "Natur-pur-Tour".
Also dann, viel Spaß noch im Yellowstone. Da soll es ja auch heißen Quellen mit Heilkräften geben – wird ja die reinste Wellness-Reise …

Laß´ mal wieder ´was davon bis in´s Havelländle schwappen ...